Gleichzeitig trafen sich die kleinen Kinder in der Sebastianikapelle zu einer „Kinderkirche“, angeleitet von Martina Gassmann und Kathrin Göttl. Pfarrer Dr. Michael Bär predigte über das Jesuswort: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich werde euch erquicken.“ Er verband die Bibelstelle mit dem Dialektausdruck: „Los ma mei Ruah!“, das wir in stressigen Situationen gerne gebrauchen. Bär legte es so aus, dass es auch ein kleines Stoßgebet an den Herrgott sein kann, innerlich die Ruhe zu bewahren vor allem in belastenden Momenten. Ruhe für die Seele zu finden, gelinge vor allem in der Mitfeier der sonntäglichen Heiligen Messe, die die Arbeitswoche heilsam unterbreche.
Am Ende des Gottesdienstes verabschiedete Pfarrer Bär den Mesner Max Pilsl aus dem Pfarrgemeinderat, dem er vier Jahre angehört hatte. Er überreichte als Dankeschön auch im Namen der PGR-Vorsitzenden Marita Lang einen Gutschein und wies darauf hin, dass Herr Pilsl weiterhin für die Pfarrei aktiv sei, z. B. hat er eine Ausstellung der Eucharistischen Wunder, die der Heilige Carlo Acutis zusammengetragen hat, für die Universitätskirche Sankt Nikola organisiert.
Bei idealem Feierwetter waren die 150 Plätze unter dem herrlichen Kastanienbaum schnell belegt. Die Kinder wurden von der KiTa Sankt Nikola bestens betreut, die Festgemeinde ließ es sich bei Gegrilltem und bei Kaffee und Kuchen gut gehn und wurde von Fuchs Sepp und seinem Freund musikalisch unterhalten.
Foto: Marita Lang
Die Pfarrgemeinderäte Marita Lang, Anni Himsl, Rosi Hirsch, Johannes Kopp, Maximilian Jäger, Sr. Eva-Maria Fußeder, Familie Schwitalla, Thomas Saller mit Sohn, Stephan Brunner, Stefan Jany, Joseph Biedermann und Herbert Wirth, unterstützt von Michaela Heudecker und Pfarrhausfrau Marianne Binder hatten in der Vorbereitung und beim Fest selber wieder Großartiges geleistet. Die Domminis Rosi und Julia packten ebenfalls fleißig mit an. Auch die Pfarrsekretärin Melanie Kölbl hat wertvolle Organisationsarbeit beigesteuert. Der Pfarrverband darf stolz und dankbar für diese Truppe sein.
Als Abschluss des Pfarrfestes lud Pfarrer Dr. Michael Bär zu einer Führung in die ansonsten nicht zugängliche ehemalige Spitalkirche Sankt Johann am Rindermarkt ein (siehe Foto). Eine große Schar von Interessenten, darunter auch Pfarrvikar Christian Fröschl und Dompropst emeritus Lorenz Hüttner, schloss sich an. Viele von ihnen kannten die Kirche gar nicht oder hatten sie schon Jahrzehnte nicht mehr besichtigt. Alle staunten, wie schön sich die vor wenigen Jahren renovierte, gotische Kirche präsentierte. In der zweischiffigen, gotischen Halle, die unter Bischof Heinrich von Hofstätter (Bischof von 1839 – 1875) in den 1860er Jahren renoviert wurde, finden sich zahlreiche mittelalterlichen Statuen, aber auch etliche Abgüsse von Reliefs gotischer Meisterwerke, z. B. von Adam Kraft, Veit Stoß und Tilman Riemenschneider. Die Führung, die durch die Stiftungsverwaltung der Stadt Passau ermöglicht wurde, endete mit dem gemeinsam gesungenen Osterlied „Christ ist erstanden von der Marter alle.“ Man vernahm angesichts der sehenswerten Kirche ein großes Bedauern, dass diese nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Foto: Michael Bär



