Erstes Ziel war die Pfarrkirche Waldburg mit ihren drei spätgotischen Flügelaltären. Dort zelebrierte Pfarrer Dr. Michael Bär einen Gottesdienst zu Ehren der Kirchenpatronin Maria Magdalena. Das nächste gotische Juwel waren die beiden Kirchen auf dem Petersberg oberhalb von Freistadt. Das pittoresque Ensemble erinnerte an Kapellenanlagen in Frankreich oder Irland. Mit einem leckeren Mittagessen stärkte man sich für den Nachmittag. Einige wagten sich an eine regionale Köstlichkeit, gebackene Blunzenradl auf Süsskraut – und sie wurden von der köstlich zubereiteten Blutwurst nicht enttäuscht.
Ein Spaziergang durch Freistadt tat der Verdauung gut und Max Absmeier lüftete Geheimnisse der ehemaligen Klosterkirche Mariahilf und der wuchtigen, fünfschiffigen Stadtpfarrkirche zur Heiligen Katharina. Eisdiele und Konditorei am malerischen Stadtplatz übten allerdings eine ähnliche Anziehungskraft aus.
Es folgte der Höhepunkt des Tages, die Besichtigung des weltberühmten Kefermarkter Altares. Der örtliche Führer wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass dieser spätgotische Flügelaltar von höchster Qualität sei und in einer Reihe mit dem Pacheraltar in Sankt Wolfgang und dem Veit-Stoß-Altar in Krakau stehe. Uns Passauern stellte er natürlich die allerdings unbewiesene Hypothese vor, dass der Meister des Altares aus Passau stamme. Der unvergessene Kunsthistoriker Herbert Schindler, ehemals Lehrstuhlinhaber an der Universität Passau, identifizierte die Passauer Werkstatt von Martin Kriechbaum, angesiedelt in der Milchgasse der Altstadt, als Schöpferin dieses gotischen Meisterwerks aus den 1490er Jahren.
Nach einer Einkehr im Gasthof neben Schloss Weinberg, Wohnsitz des Altarstifters Christoph II. von Zelking, chauffierte Max Seibold die Gruppe wieder sicher nach Hause. Auf den Höhenstrassen des Mühlviertels malte der Sonnenuntergang ein zauberhaftes Abendrot an den Himmel. Würdiger Abschluss eines wunderschönen Pfarrausflugs.
Text: Michael Bär



