Es muß wohl ein Bus voller „Engel“ gewesen sein, der sich zum Pfarrausflug der Altstadt auf den Weg gemacht hat; denn das Wetter war herrlich. Das erste Ziel, die Prämonstratenserkirche der Abtei Windberg war erfüllt vom Sonnenlicht, das die barocke Ausstattung erstrahlen ließ. Pfarrer Dr. Michael Bär feierte dort mit der Gruppe eine Messfeier zu Ehren der Gottesmutter Maria. Die Mesnerin erläuterte die Geschichte der Kirche und zeigte die Kunstwerke. Auch im Chorgestühl mit prächtigen Wurzelholzintarsien durften die Ausflügler Platz nehmen (siehe Foto).
Von der kleinen Heilig-Kreuz-Kirche oberhalb Windberg bot sich ein phantastischer Blick auf das Donautal und die Silhouette der vieltürmigen Stadt Straubing lag uns zu Füssen. Kein Wunder, dass an diesem himmlischen Ort auch heute noch eine Einsiedlerin wohnt.
Nach einer schmackhaften Mittagspause in einem Dorfwirtshaus ging es an die Donau zum ehemaligen Kloster Oberaltaich. Das gewaltige, doppeltürmige Gotteshaus ließ alle erstaunen. Das riesige Gewölbe ist vollständig ausgemalt mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert. Längst wäre hier wieder eine Renovierung fällig, doch die kleine Pfarrei Oberaltaich, der der dreischiffige Raum als Pfarrkirche dient, wäre damit heillos überfordert.
Vorbei an den fruchtbaren Feldern des Gäubodens ging es zum nächsten Höhepunkt, zur Wallfahrt Loh bei Stephansposching, der letzten Rokoko-Kirche Bayerns. Ein lebensgroßer Heiland am Kruzifix mit Haupthaar und Bart aus natürlichem Menschenhaar wird in der Heilig-Kreuz-Kirche als Gnadenbild verehrt. Zwei Großmeister arbeiteten hier: Franz Xaver Feichtmayr der Jüngere als Stuckateur und Christian Winck als Maler der Fresken und der Altarbilder. Der bewährte Reiseleiter Max Absmeier führte ein in diesen Kosmos spätbarocker Bilderwelt.
Gleich nebenan in Strasskirchen hat BMW seine riesige Batteriefabrik in die bäuerliche Landschaft gesetzt. Hoffentlich ist diesem Unternehmen, das wertvollsten Ackerboden zerstörte, wirtschaftlicher Erfolg beschieden. Dass die Landwirtschaft einem tiefgreifenden Wandel unterworfen ist, sah man auch Richtung Osterhofen, wo Hunderte von Hektar ertragreicher landwirtschaftlicher Flächen von Photovoltaikanlagen bedeckt sind.
Die goldene Abendsonne und eine deftige Brotzeit genoss die Gruppe schließlich im Mühlhamer Keller, direkt an der Donauschleife. Und von dort reisten die „Engel“ beschenkt mit herrlichen Eindrücken wieder heim.
Text: Michael Bär



