Die Passauer unter der Führung von Pfarrer Dr. Michael Bär schlossen sich vor der Pfarrkirche in Emmersdorf einer großen Gruppe aus dem Pfarrverband Johanniskirchen an und beteten dann zusammen mit Pfarrer Tobias Reiter und Pfarrvikar Pater Shabu Varghese den neu angelegten Kreuzweg hinauf zu den Kapellen auf der Hochstrasse. Mitgetragen wurde eine Kopie des Gnadenbildes des Heilands auf der Wies, das Mitte des 18. Jahrhunderts ein Jäger des nahegelegenen Schlosses Haidenburg an einen Baum geheftet hatte. Dort wurden zwei Kapellen errichtet, die von zahlreichen Gläubigen aufgesucht wurden, deren Gebete häufig erhört worden sind. Der damalige Passauer Fürstbischof Joseph Dominikus von Lamberg verfügte, dass das Gnadenbild in die Kirche von Emmersdorf übertragen wird, wo es heute noch verehrt wird. Eine sogenannte Himmelsstiege überwindet einen Teil des steilen Aufstiegs zur Hochstrasse, doch nur wenige aus der Passauer Gruppe ließen sich dadurch zur frühzeitigen Umkehr bewegen. Der landschaftlich herrlich gelegene Kreuzweg wurde zu einer bewegenden Natur-Meditation, die ihren Abschluss schließlich mit dem Segen bei der Wallfahrtskapelle fand.
Kirchenpfleger Rainer Seidl erklärte den Passauern im Anschluss die Emmersdorfer Kirche, die in Jugendstilformen 1911 nach einem Entwurf des berühmten Architekten Michael Kurz erbaut wurde.
Hungrig und durstig kehrte die Gruppe, zu der auch Domkapitular i. R. Helmut Reiner und Pfarrvikar Christian Fröschl gehörte, im benachbarten Gasthaus zum Bräu ein.
Text: Michael Bär



