Foto: Max Pilsl
Gleich zwei Anlässe boten sich für den Pfarrverband Altstadt, um sie im traditionellen Pfarrfest zu feiern. Am Peter- und Paulstag vor 50 Jahren wurde Msgr. Helmut Reiner von Bischof Dr. Antonius Hofmann im Dom zu Passau zusammen mit vier Mitbrüdern zum Priester geweiht. Und am 29. Juni begeht die Pfarrei Sankt Paul ihr Patrozinium, das dieses Jahr auf einen Sonntag gefallen ist.
Der Festgottesdienst, dem der Jubilar vorstand, wurde von der Chorgemeinschaft Sankt Nikola / Sankt Paul unter der Leitung von Domkantor Maximilian Jäger kirchenmusikalisch begleitet. Es konzelebrierten Domdekan Dr. Hans Bauernfeind, Pfarrvikar Christian Fröschl und Pfarrer Dr. Michael Bär. Als Lektorinnen fungierten die langjährige frühere Pfarrsekretärin Elvira Baier und Gemeindereferentin Julia Weidinger. In der vollbesetzten Kirche fanden sich neben der Gemeinde etliche Gläubige, die dem Jubilar in seinen früheren Einsatzgebieten verbunden waren, z. B. in der Katholischen ArbeiternehmerInnen-Bewegung, bei der Christlichen Arbeiterjugend oder in seiner Zeit als Pfarrer von Hutthurm. Helmut Reiner blickte dankbar zurück auf fünf Jahrzehnte priesterlichen Wirkens.
Pfarrer Dr. Michael Bär warf in seiner Festpredigt einen Blick auf die Weihebildergalerie im Treppenhaus des Priesterseminars Sankt Stephan, in dem der Jubilar von 1969 bis zur Weihe 1975 gelebt hat und dort und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule sein spirituelles und theologisches Rüstzeug für das Priesteramt erworben hat. Bär berichtete von den Umbrüchen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, die Pfarrer Reiner als Student in Passau und junger Kaplan in Pfarrkirchen unmittelbar gespürt hat. „Abschied von Hochwürden“ titulierte der Prediger diese Zeit. Nach Bischof Simon Konrad Landersdorfer war es vor allem Bischof Antonius Hofmann, der das Bistum in die neue Zeit nach Konzil führte. Auf den Fotos ist zu beobachten die Veränderung der Priesterkleidung vom Talar zum Straßenanzug mit Hemd und Krawatte innerhalb weniger Jahre.
Dr. Bär dankte dem Jubilar für seine unermüdliche Mithilfe im Pfarrverband auch in den Jahren des Ruhestandes und sprach ihm, dem „geborenen Seelsorger“, wie er ihn nannte, ein herzliches Vergelt’s Gott aus für seine bescheidene, kluge Art der Seelsorge und vor allem auch für die gelungene Renovierung der Stadtpfarrkirche Sankt Paul in den Jahren 2012/13.
An diese Renovierung schloss in einem Gratulationswort auch Kirchenpfleger Dr. Fritz Audebert an, der sie damals mit der Kirchenverwaltung mitverantwortete. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marita Lang bedankte sich mit einem Blumenstrauß beim Jubelpriester und lud alle ein zum Pfarrfest in den lauschigen Pfarrgarten.
Der Festausschuss des Pfarrgemeinderates, an der Spitze Marita Lang, Herbert Wirth und Anni Himsl, die auch für den herrlichen Blumenschmuck sorgte, hatte alles bestens vorbereitet, Getränke der Brauerei Hacklberg, Salatbuffet, Grillstation, Kaffee und Kuchen und sogar Waffeln mit Eis wurden angeboten. Erstmals gab es auch einen Weinstand der Familie Pasching aus dem Kamptal. Bei großer Hitze waren Sommerspritzer und Aperol Spritz heiß begehrt. Der Erlös von Speis‘ und Trank‘ geht je zur Hälfte in die Renovierung der Stiegenkapelle und an den Bischof-Eder-Fonds. Der Fuchs Sepp mit Freund spielte fleißig auf unter dem Kastanienbaum und so mancher summte die vertrauten Melodien mit, zufrieden und glücklich an diesem wunderschönen Ort, an diesem herrlichen Nachmittag.
Die Kinder freuten sich über ein eigenes Programm, das die Kindertagesstätte Sankt Nikola zusammengestellt hatte. Johann Heinzl, Mesner der Studienkirche, fuhr mit einem amerikanischen Cadillac aus den 1970er Jahren vor, der die Blicke zahlreicher Neugieriger auf sich zog.
Pfarrer Dr. Bär lud zweimal zu Führungen in die ansonsten nicht zugängliche Seminarkirche Sankt Stephan ein und erläuterte die Entwicklung der Priesterausbildung im Bistum Passau. Am späten Nachmittag fand das Fest ein Ende und die fleißigen Helfer labten sich nach dem Aufräumen noch an kühlen Getränken, die die Gäste übriggelassen hatten. Pfarrer Dr. Michael Bär dankte ganz herzlich der tatkräftigen Truppe, ohne die ein solches Fest nicht zu stemmen wäre.
Text: Dr. Michael Bär



